Bericht der Ortsgruppe DLRG Köln-Nord

Nikolausschwimmen in Chorweiler

Aufgeregt springen die drei Jungen am Beckenrand herum, reißen sich gegenseitig die weißen Karten, die sie am Eingang zur Schwimmhalle bekommen haben, aus der Hand. Klar, jeder will wissen, wie schnell die beiden anderen waren. »69 Sekunden? Und du, 72! Puuh, da war ich aber schneller!«, jubelt der 12-Jährige in der blauen Badehose. Eben hat er sich auf der Laufkarte seine Zeit für 50 m Freistil eintragen lassen – 66 Sekunden. Das ist ziemlich flott. Die drei laufen johlend zur Stirnseite des Schwimmbeckens, wo hinter den Startblöcken die Sportassistenten und Wettkampfrichter sitzen. Die 50 m waren ja nur der Anfang, jetzt geht’s weiter mit dem Zeitschwimmen: 10 Minuten auf Bahn eins. Auf der persönlichen Laufkarte wird anschließend eingetragen, wie viel Meter man gepackt hat. Im Abstand von fünf Sekunden stürzen sich die Jungen vom Startblock ins Wasser.

Nicht alle Teilnehmer beim Nikolausschwimmen im Hallenbad Chorweiler zeigten so viel Ehrgeiz. Aber das musste ja auch gar nicht sein, denn wichtiger als tolle Leistungen und schnelle Zeiten war hier wieder einmal das entspannte Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen. Am 3. Dezember hat das inklusive Schwimmfest, das einzige in Köln, zum dritten Mal stattgefunden. Dank fleißiger Helfer der gemeinnützigen Werkstätten, des DJK Sportverbandes und des LVR war der Eintritt frei. Mehr als hundert Erwachsene, Jugendliche und Kinder waren an diesem Nachmittag gekommen.

Was wohl am reizvollen Angebot liegen dürfte. Schwimmen gegen die Uhr, tauchen auf Strecke, springen vom Ein- und Drei-Meter-Brett oder einfach nur planschen mit und ohne Aquanudeln in zwei kleineren Becken – an diesem ersten Adventssonntag war hier vieles möglich. Wer freilich alle Punkte seiner Laufkarte erfüllen wollte, musste sich ganz schön ins Zeug legen, konnte aber auch in den Tiefen des Sprungbeckens eine wunderbare Erfahrung machen. Der Tauchverein DUC Stommeln angerückt, mit dreizehn Tauchlehrern, die jeden, der wollte, beim Gang unter Wasser begleiteten. Tauchen mit Atemgerät, das war auch für den Ungeübten viel leichter (und schöner) als gedacht: passende Flossen und Taucherbrille aussuchen, die schwarze Weste mit der anhängenden Sauerstoffflasche anziehen, den Anweisungen des Tauchlehrers lauschen, dann ließ man sich vom Beckenrand kippen, und plötzlich diese Stille, nur das Gurgeln der austretenden Atemluft war noch zu hören, man schwebte im Wasser, gründelte am blauen Boden, tauchte mit ein paar Flossenschläge umher, begleitet vom Tauchlehrer, minutenlang.

Eine fast mediterrane Erfahrung, und das am Nikolaustag, an dem der heilige Mann natürlich höchstpersönlich erschien. Einen goldenen Stab in der Hand, kam der Nikolaus in rotem Umhang mit Bischofsmütze und weißem Wallebart, um den eifrigen Schwimmern und Tauchern Medaillen und Pokale zu überreichen. Und nicht nur ihnen. Auch die Sportassistenten der GWK, die die Zeiten der Schwimmer stoppten, die Schwimmer und Helfer des DJK STG Köln-Nord sowie die Männer und Frauen der DLRG-Ortsgruppe Köln-Nord, die an den Beckenrändern Aufsicht führten, wurden mit kleinen Auszeichnungen bedacht. Und zum Abschied bekam noch jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin einen Schokonikolaus und einen saftigen Apfel.

Geschmeckt hat alles beim dritten inklusiven Nikolausschwimmen, diesem lauten, sportiven, entspannten Nachmittag für Menschen mit und ohne Behinderung. Auf ein Neues im nächsten Jahr.

Ferdinand Quante

DLRG, Ortsgruppe Köln-Nord

 

 

 

 

 

 

 

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